Schweiz: Gentech-Raps am Bahndamm

Das Schweizer Bundesamt für Umwelt hat an den Universitäten Basel, Lausanne und Zürich außerhalb der Laboratorien wild wachsende gentechnisch veränderte Ackerschmalwand gefunden. Die betroffenen Laboratorien wurden informiert und aufgefordert, alle möglichen Austrittswege zu analysieren und zusätzliche Maßnahmen in ihr Biosicherheitskonzept aufzunehmen. Am Bahnhof Lugano fanden die Kontrolleure gentechnisch veränderten Raps, der sich vermutlich beim Transport selbständig gemacht hat. Denn genmanipulierter Raps darf – wie in Deutschland – eingeführt und verarbeitet werden.

In der Schweiz gilt noch bis 2013 ein Anbaumoratorium. Erlaubt sind lediglich Versuchsfelder. Die Freisetzungsverordnung sieht vor, dass der Bund ein Monitoringsystem aufbaut, um gentechnisch veränderte Pflanzen in der Umwelt frühzeitig feststellen zu können. Im Rahmen des Aufbaus wurden die genmanipulierten Pflanzen entdeckt. Die Schweizerische Arbeitsgruppe Gentechnologie wertete die Funde als Alarmsignal. Illegal vorkommender Gentech-Raps stelle derzeit einen unhaltbaren Verstoß gegen die gentechnikfreie Schweizer Landwirtschaft dar. Bei Gentech-Raps könne die Auskreuzung auf Wildarten, die teilweise als Ackerunkräuter auftreten, nicht ausgeschlossen werden. «Es ist nur eine Frage der Zeit, bis man Gentech-Raps auch an andern Stellen in der Schweiz findet», kommentierte der Biologe Nicola Schoenenberger im Schweizer Fernsehen. Nach Angaben von Greenpeace Schweiz handelte es sich um einen Gentech-Raps des US-Konzerns Monsanto. Die Pflanze sei so manipuliert worden, dass sie Giftduschen mit dem konzerneigenen Totalherbizid Roundup überlebe, mit dem auch die Schweizer Bundesbahn ihre Bahndämme besprühe.