EFSA bereitet sich auf genmanipulierte Tiere vor

Die Europäische Lebensmittelbehörde EFSA hat Leitlinien veröffentlicht, mit Hilfe derer das Risiko von Lebensmitteln bewertet werden soll, die von oder aus genmanipulierten Tieren erzeugt wurden. Umweltverbände forderten die EU-Kommission auf, solche Risikoabschätzungen zu unterlassen und erst einmal eine breite Debatte mit allen Beteiligten zu führen, ob solche Lebensmittel in der EU überhaupt erwünscht sind.

Wie bei transgenen Pflanzen sollen auch bei genmanipulierten Tieren die Eigenschaften der Tiere mit konventionellen Gegenstücken gleicher Rasse verglichen werden. Dies gilt für die von solchen Tieren erzeugten Lebensmitteln. Nur wenn ein direkter Vergleich nicht möglich ist, soll eine umfassende Sicherheitsbewertung stattfinden. Zusätzlich sollen Aspekte der Tiergesundheit und des Tierschutzes einbezogen werden. Ethische und sozial-ökonomische Fragestellungen seien nicht Gegenstand der Leitlinie, schreiben deren Autoren.

In einem offenen Brief an die Kommission haben zahlreiche europäische Bio-, Tierschutz-, Umwelt- und Bauernverbände das Vorgehen der EFSA und der Kommission als Auftraggeber gerügt. Sie fordern eine breite gesellschaftliche Debatte, ob solche Lebensmittel überhaupt zugelassen werden sollen. Die EU-Kommission solle eine umfassende Kosten-Nutzen-Abschätzung erstellen und die langfristige Nachhaltigkeit untersuchen lassen. Eine transparente öffentliche Debatte darüber führen, ob Lebensmittel von genmanipulierten Tieren gesellschaftlich überhaupt gewollt seien. Erst auf deren Basis könne darüber entschieden werden, ob eine Risikoabschätzung notwendig sei und wie sie zu erfolgen habe.