USA wollen Agent-Orange-Mais zulassen

Das US-Landwirtschaftsministerium will einen von Dow Agro Science entwickelten genmanipulierten Mais mit der Sortenbezeichnung DAS-40278-9 zulassen. Die Pflanze ist resistent gegen das giftige Herbizid 2-4-D, ein Bestandteil des berüchtigten, im Vietnamkrieg eingesetzten Entlaubungsmittels Agent Orange. In der EU hat Dow beantragt, den Import und die Verarbeitung von DAS-40278-9 zu Lebens- und Futtermitteln zuzulassen.

2-4-D gilt als vermutlich krebserregend und wirkt hormonell aktiv. Es ist dennoch in zahlreichen in Deutschland zugelassenen Herbiziden zu finden. Der Mais enthält zusätzlich noch eine Resistenz gegen eine Gruppe von Herbiziden, die vor allem Gräser absterben lassen, so genannte ACCase-Hemmer. Die Genehmigungsbehörde im US-Landwirtschaftsministerium sieht keine besonderen Risiken für die Umwelt und hat den Antrag und ihre Stellungnahme dazu zur Kommentierung bis 27. April ins Netz gestellt. Die Verbraucherorganisation OCA (Organic Consumers Association) hat eine Kampagne gegen die Zulassung von Agent Orange Corn gestartet

Der neue Gentechnik-Mais gilt als Reaktion darauf, dass immer mehr Unkräuter gegen das Herbizid Glyphosat resistent werden. Schon jetzt setzen immer mehr US-Farmer 2-4-D und andere giftige Uralt-Pestizide ein, weil Glyphosat nicht mehr wirkt. Dow Agro Science hat bereits angekündigt, dass es seinen Mais auch noch gegen andere Herbizide resistent machen will, so dass die Bauern das Unkraut auf dem Mais-Acker mit noch wüsteren Herbizid-Mischungen bekämpfen können – solange, bis auch beim Unkraut Mehrfachresistenzen auftreten.