Deutscher Gen-Mais illegal in Polen

Die deutsche KWS Saat AG dränge mit genmanipuliertem Maissaatgut auf den polnischen Markt, obwohl der Verkauf von Gen-Saatgut und der kommerzielle Anbau dort verboten sind. Das wirft das Umweltinstitut München dem größten deutschen Saatgutkonzern vor. Das gentechnikkritische Institut geht davon aus, dass in Polen seit vier Jahren auf etwa 3000 Hektar Gen-Mais MON 810 illegal angebaut wird. Bereits 2009 protestierten zwei polnische Bio-Bäuerinnen gegen diese Praxis und das Wegsehen der polnischen Regierung.
KWS erwiderte, dass in Polen lediglich der Handel mit gentechnisch verändertem Mais untersagt sei, nicht aber der Anbau. Einzelne polnische Landwirte hätten sich im Rahmen des freien EU-Warenverkehrs MON810-Saatgut aus anderen Ländern, etwa der Tschechischen Republik, besorgt. Dabei sei KWS-Saatgut auf 90 bis 180 Hektar Fläche ausgebracht worden.
Das Umweltinstitut hält der KWS vor, vorsätzlich polnisches Recht zu umgehen. KWS/Polen bewerbe auf seiner Internetseite und mit einem Flyer die Vorteile von MON810. Auch im Produktkatalog sei der Gen-Mais aufgelistet. „Mit diesen Werbemitteln werden die Landwirte geködert und dann offensichtlich an den Handel in Tschechien oder Spanien verwiesen“, schreibt das Institut. Es weist darauf hin, dass diese Woche NGOs dem Ministerpräsidenten 40.000 Unterschriften gegen die Agro-Gentechnik übergeben haben.