USA: Agro-Gentechnik steigert den Pestizidverbrauch

Der zunehmende Anbau genmanipulierter Pflanzen in den USA hat in den Jahren 1996 bis 2011 zu einem Mehrverbrauch an Pestiziden von 183 Millionen Kilogramm geführt. Es könnte noch mehr werden, wenn in den kommenden Jahren Pflanzen zugelassen würden, die gegen das Pestizid 2-4-D resistent sind. Zu diesem Ergebnis kommt der Agrarökonom Charles Benbrook von der Washington State University. Seine Studie ist im Fachblatt Environmental Sciences Europe erschienen.
Charles Benbrook hat die offiziellen Zahlen über den jährlichen Pestizidverbrauch des US-Landwirtschaftsministeriums ausgewertet. Sie zeigen, dass der Verbrauch an Herbiziden in diesen 16 Jahren um 239 Millionen Kilogramm anstieg. Davon entfielen allein 35 Millionen Kilogramm auf das Jahr 2011. Der wichtigste Grund für den Anstieg ist die Zunahme herbizidresistenter Unkräuter. Inzwischen dürften laut Benbrook rund 20 bis 25 Millionen Hektar Anbaufläche von diesen Superunkräutern betroffen sein. Sie müssen nicht nur mit mehr, sondern auch mit teureren Pestiziden bekämpft werden, so dass die Kosten für die betroffenen Farmer bis zum Dreifachen höher sind.
Durch Mais und Baumwolle, die Bt-Toxine produzieren, hat sich laut Benbrook der Verbrauch an Insektiziden in den 16 Jahren um 56 Millionen Kilo verringert. Allerdings bleibt in dieser Rechnung das von den Pflanzen gebildete Insektizid unberücksichtigt, obwohl es auch in die Umwelt ausgebracht wird. Benbrook weist darauf hin, dass sich inzwischen bei den Zielschädlingen erste Resistenzen gegen Bt-Toxine zeigen. Zudem würden neuere Genmais-Züchtungen deutlich mehr Bt-Toxine produzieren..
Zieht man die eingesparten Insektizide vom Mehrverbrauch an Herbiziden ab, kommt man auf den anfangs genannten Mehrverbrauch von 183 Millionen Kilo. Das entspricht sieben Prozent des gesamten Pestizidverbrauchs der USA. Benbrook hat bereits 2004 und 2009 in Studien auf den zunehmenden Pestizidverbrauchhingewiesen..