Rechnungshof kritisiert EFSA wegen Interessenkonflikten

Der Europäische Rechnungshof hat den Umgang von vier wichtigen europäischen Behörden mit Interessenkonflikten untersucht. Darunter war auch die EU-Lebensmittelbehörde EFSA. „Interessenskonflikten werden nicht angemessen gehandhabt“, lautet das Urteil der amtlichen Prüfer. Sie kritisieren auch, dass die EU keinen eigenen rechtlichen Rahmen vorgibt, wie mit Interessenkonflikten umzugehen ist. Deshalb bezogen sich die Prüfer auf die Leitlinien der OECD als Basis.
Im Falle der EFSA erwähnten die Prüfer einige der in den letzten zwei Jahren bekannt gewordenen Fälle in anonymisierter Form. Sie kritisierten, dass die EFSA in Fällen, in denen Mitarbeiter Mitglied der industriefinanzierten Organisation ILSI (ohne deren Namen zu nennen) gewesen seien, unterschiedlich agiert habe. Zwei Mitglieder des Verwaltungsrates hätten aufgrund der öffentlichen Kritik ihre Mitgliedschaft bei ILSI aufgegeben. Sechs Experten hingegen seien immer noch für ILSI aktiv. Der Bericht erwähnt auch den „Drehtüreffekt“, bei dem Mitarbeiter der Industrie zur EFSA wechseln oder umgekehrt.
Die Rechnungsprüfer empfehlen den EU-Behörden, Bewerber vor der Einstellung sorgfältiger auf mögliche Interessenkonflikte hin zu prüfen. Auch sollten sie klare Kriterien und Handlungsanweisungen verabschieden und umsetzen. Die EFSA kam in dem Bericht übrigens noch einigermaßen gut weg. Weitaus schlimmer scheinen die Zustände bei der ESEA zu sein, der Europäischen Agentur für Flugsicherheit.