EU: Anbau-Zulassungen würden zu Glyphosat-Schwemme führen

Was wäre wenn…. die EU-Kommission alle derzeit beantragten Anbauzulassungen für genmanipulierte herbizidresistente Pflanzen erteilen und diese auch angebaut würden? Diese Frage hat sich Greenpeace International von dem US-Agrarökonomen Charles Benbrook beantworten lassen. Er kommt in seiner Prognose zu dem Ergebnis, dass sich im schlimmsten Fall der Herbizideinsatz allein bei Mais verdoppeln würde. Dabei würde die Menge des Monsanto-Herbizids Glyphosat um über 1.000 Prozent zunehmen und andere Wirkstoffe verdrängen.
Charles Benbrook erforscht seit Jahren den Pestizideinsatz in den USA und konnte zeigen, wie dort durch den Anbau genmanipulierter Pflanzen nach kurzer Zeit der Pestizideinsatz zunahm. Aufgrund dieser Erfahrungen hat er für Europa drei Szenarien entwickelt: Das erste geht davon aus, dass keine glyphosattoleranten Genpflanzen zugelassen werden. Szenario 2 setzt voraus, dass die EU den Anbau von glyphosattoleranten Genpflanzen uneingeschränkt zulässt und die Landwirte die Gentechnologie so schnell übernehmen wie ihre US-amerikanischen Kollegen. Szenario 3 nimmt an, dass glyphosattolerante Genpflanzen zwar zugelassen, der Anbau aber gesetzlich stark reglementiert wird. Selbst in diesem Fall würde der Glyphosateinsatz bei Mais um fast 500 Prozent, bei Soja um 400 Prozent und bei Zuckerrüben um 220 Prozent zunehmen.
Indirekte Effekte wie eine veränderte landwirtschaftliche Praxis würden in den Bewertungen der EU keine Rolle spielen, bemängelt Greenpeace. Der steigende Einsatz von Pestiziden werdebilligend in Kauf genommen. „Die negative Entwicklung in Nord- und Südamerika, den weltweiten Vorreitern in Sachen Agro-Gentechnik, wird von den Behörden geflissentlich ignoriert.“