Europäisches Patentamt erklärt Schimpansen zu Erfindungen

Das Europäische Patentamt hat 2012 drei Patente auf gentechnisch veränderte Schimpansen erteilt. Dies ergab eine Recherche der Initiative Keine Patente auf Leben hervor. Bei zwei Patenten für die US-Firma Intrexon geht es darum, die Aktivität der Gene der Schimpansen durch den Einsatz von Insekten-DNA zu ändern. Das dritte Patent erhielt die Firma Altor BioScience für Schimpansen, deren Immunsystem „humanisiert“ wurde. An ihnen sollen Medikamente mit Antikörpern getestet werden.
„Derartige Patente unterlaufen die Bemühungen für einen besseren Schutz von Menschenaffen. Es gibt gute Gründe, Tierversuche mit Schimpansen komplett zu verbieten“, kommentierte Christoph Then von Testbiotech die Patente. „Wer aber Menschenaffen zu patentierbaren Erfindung macht, scheint jeden Respekt vor den Tieren verloren zu haben.“ Ein Bündnis von mehreren Organisationen bereitet jetzt Einsprüche gegen die Patente vor. Ihr Ziel ist es nicht nur der Widerruf, sondern ein grundsätzliches Verbot derartiger Patente.
Insgesamt hat das Europäische Patentamt bereits etwa 1.200 Patente auf Tiere erteilt. Jedes Jahr kommen 100 hinzu, schreiben Christoph Then und Ruth Tippe in der Zeitschrift GID. Daneben gibt es zahlreiche Patente auf Pflanzen, aber auch auf menschliche Eizellen und Sperma. Die wichtigsten dieser Biopatente haben Then und Tippe in einer Schwarzen Liste zusammengestellt.
Für Freitag, den 30. November, rufen zahlreiche Organisationen zu einer Demonstration mit Trommeln und Trompeten, Pauken und Posaunen… in München auf, wo das Europäische Patentamt sitzt. Das Motto: „Wir blasen Euch den Marsch! Keine Patente auf Pflanzen und Tiere – Keine Gentechnik auf dem Acker, im Futter und in Lebensmitteln!“