EFSA lässt neue manipulierte Sojabohne zu – Unterlagen mangelhaft

Der für Agro-Gentechnik zuständige Expertenausschuss der EU-Lebensmittelbehörde EFSA hat der genmanipulierten Sojabohne MON 87705 von Monsanto einen Persilschein ausgestellt. Die Bohne sei so sicher wie ihr konventionelles Pendant und stelle keine Gefahr für Umwelt und Gesundheit dar. MON 87705 wurde so manipuliert, dass sie mehr ungesättigte und weniger gesättigte Fettsäuren aufweist. Zudem ist sie gegen das Monsanto-Herbizid Roundup resistent.
Wie immer hattn die Experten der EFSA keine eigenen Versuche unternommen, sondern lediglich Studien von Monsanto begutachtet. Diese umfassten einen 90-tägigen Fütterungsversuch mit Ratten und einen 42-tägigen Versuch mit Masthähnchen. Einen Langzeit-Fütterungsversuch – wie ihn kürzlich französische Wissenschaftler veröffentlicht hatten – gab es nicht.
Die EFSA hatte diesen Langzeitversuch von Professor Seralini scharf kritisiert. Die Organisation Testbiotech zeigte in einem Bericht auf, dass die EFSA dabei strengere Maßstäbe angelegt hatte, als bei den Studien von Monsanto und anderen Gentechnik-Konzernen, die die Basis der EFSA-Zulassungsempfehlungen bildeten. „Die Art und Weise, wie die EFSA Ergebnisse wissenschaftlicher Untersuchungen bewertet, scheint von der einseitigen Absicht geleitet, jegliche Zweifel an der Sicherheit der Produkte zurückzuweisen“, kommentierte Christoph Then von Testbiotech die Ergebnisse seiner Analyse.

2 Gedanken zu „EFSA lässt neue manipulierte Sojabohne zu – Unterlagen mangelhaft“

  1. Mann, Mann, wenn ich mir anschaue aus welcher Richtung Herr Christoph Then kommt wundert mich seine Darstellung nicht. Von jemanden der generell gegen Gentechnik ist (siehe Biographie), ist es doch zu erwarten, dass er gegen Gentechnik argumentiert. eine unparteiische Sicht der Dinge kann man hier wohl nicht erwarten.
    Thema Versuche: Tierversuche sollten generell vermieden werden, aus diesem Grund gibt es die Verpflichtung Ergebnisse aus Tierversuchen zu teilen, damit nicht unnötig weitere Versuche angestellt werden. Aus diesem Grunde werden sicherlich auch häufig Ergebnisse aus relativ alten Studien zur Bewertung herangezogen, die eventuell noch nicht den modernen Standards entsprechen konnte, da es diese Standards zum Zeitpunkt der Studie noch nicht gab. Gerne darf die Anti-Gentechnik-Lobby weitere Tierversuche fordern, muss sich dann aber auch bitte mit den Tierschützern streiten.
    Die Studie von Seralini wurde, wie dargestellt, nicht nach den entsprechenden Standards durchgeführt, folglich muss man die Ergebnisse skeptisch sehen. Eine Rattenart als Testobjekt zu nehmen, die sowieso Tumore bildet und zum Ende des Testes sowieso an Krebs sterben wird, ist mehr als nur unwissenschaftlich. Die Zahl der Versuchstiere war für einen Langzeitversuch zu gering, da der Versuch ja nur für 90 Tage ausgelegt war. Aus diesem Grunde dürfen die Ergebnisse zwar interessant sein, geben aber höchstens Anlass dazu einen „richtigen“ Langzeitversuch anzustellen.
    Ob dieser tatsächlich nötig ist um die Unbedenklichkeit von genmanipulierten Pflanzen zu bestätigen müssen die zuständigen Behörden klären. Dafür gibt es Richtlinien denen gefolgt werden muss.
    Am Ende sei gesagt, das ich sich die Anti-Gentechnik-Lobby gerne mal an die eigene Nase fassen darf. Deren Berichterstattung ist ausnahmslos einseitig und verfolgt (verständlicherweise) nur ein Ziel: Gentechnik raus! Dabei behelfen sie sich mit den selben dubiosen Mitteln, wie sie der Industrie vorgeworfen werden: Einseitige Betrachtungsweise, Nichtbeachten von Tatsachen, Herunterspielen von Argumenten etc.
    In diesem Metier ist wirklich keiner besser als der andere.

  2. „Wie immer hattn die Experten der EFSA keine eigenen Versuche unternommen, sondern lediglich Studien von Monsanto begutachtet.“

    Wo steht das?

    Die EFSA ist keine Versuchseinrichtung. Deshalb stellen sie auch keine Versuche an *kopfschüttel*. Natürlich werden Studien von Monsanto eingereicht, da Monsanto der Antragssteller ist, die Studien in Auftrag gibt und folglich deren Eigentümer ist. Ob die Versuche von Monsanto durchgeführt worden sind wird aus der Stellungnahme nicht ersichtlich und auch höchst fragwürdig. Selbstverständlich werden toxikologische Versuche in den meisten Fällen nicht von dem Produzenten durchgeführt. Solche Versuche werden nach GLP durchgeführt und sind deshalb 100%ig nachvollziehbar. Ein „Schummeln“, wie hier indirekt vorgeworfen, ist dadurch ausgeschlossen.
    Wer hat eigentlich jetzt festgestellt, dass die „Unterlagen mangelhaft“ seien?

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