Kalifornier wollen es nicht wissen

In Kalifornien müssen Lebensmittel mit Gentech-Zutaten weiterhin nicht gekennzeichnet werden. Bei den parallel zur US-Präsidentenwahl stattfindenden Abstimmungen dürfte gestern eine knappe Mehrheit der Kaliforniern den Gesetzesvorschlag für eine Kennzeichnungspflicht (Prop 37 genannt) abgelehnt haben. Das staatliche Wahlamt hat bisher die Ergebnisse von 85 Prozent der Stimmbezirke ausgewertet und meldete 3,8 Millionen Stimmen für und 4,3 Millionen Stimmen gegen den Gesetzesvorschlag, das entsprich 46,7 zu 53,3 Prozent.
Die knappe Niederlage hatten Umfragen in den letzten Tagen bereits vorhergesagt. Gentechnik- und Lebensmittelkonzerne hatten über 45 Millionen Dollar in ihre Kampagne gegen Prop 37 investiert. Sie behaupteten, die Kennzeichnungspflicht würde die Ausgaben einer Familie für Lebensmittel um 400 Dollar im Jahr erhöhen. Außerdem würden findige Anwälte mit Hilfe dieses Gesetzes Lebensmittelhändler und Bauern mit Prozessen überziehen. Mit diesen Argumenten gelang es den Konzernen, noch kurz vor der Abstimmung einen Meinungsumschwung zu erreichen. Bis dahin hatten die Befürworter von Prop 37 in den Umfragen weit vorn gelegen. Zu den Unterstützern der Nein-Kampagne zählten neben Monsanto, Pepsi, Nestle und Coca-Cola auch die deutschen Konzerne Bayer und BASF, die jeweils zwei Millionen Dollar spendeten.