Tomatensalat mit genmanipulierten Fruchtfliegenlarven?

Gentechnisch manipulierte Schadinsekten könnten schon bald in Freisetzungsversuchen erprobt werden. Davor warnen der Verein Testbiotech sowie mehrere Organisationen aus der Schweiz und Großbritannien. In einem Bericht gehen sie auf die Planungen der britischen Firma Oxitec ein und berichten über deren Versuche, künftige Regularien für Insekten-Freisetzungen zu beeinflussen.
Oxitec ist die weltweit führende Firma bei der Genmanipulation von Insekten. Sie hat bereits in der Karibik, Malaysia und Brasilien Millionen genmanipulierter Moskitos freigesetzt. Die männlichen Mücken sind so manipuliert, dass sie bei der Paarung mit den wildlebenden Mückenweibchen Nachwuchs zeugen, der nicht lebensfähig ist. Nach dem gleichen Prinzip hat das Unternehmen inzwischen Schädlinge wie den Baumwollkapselwurm, die Kohlmotte, die Mittelmeer-Fruchtfliege oder die Olivenfliege bearbeitet.
Die bisherigen Freisetzungen hat das Unternehmen trotz mangelhafter Unterlagen und Risikoabschätzungen genehmigt bekommen. Die betroffene Bevölkerung wurde weder angemessen informiert noch ihr Einverständnis eingeholt. Der Report der fünf Organisationen beschreibt auch, wie Oxitec die Erarbeitung von Regeln für solche Insektenfreisetzungen beeinflusst. So seien mehrere Projektpartner von Oxitec in einer entsprechenden Arbeitsgruppe der europäischen Lebensmittelbehörde EFSA vertreten. Der von der Gruppe erarbeitete Richtlinienentwurf zeige der deutliche Defizite. So würden etwa die Auswirkungen der gentechnisch veränderten Insekten auf die Lebensmittelherstellung nicht berücksichtigt. Da die von den genmanipulierten Insekten gezeugten Nachkommen im Larvenstadium sterben könnten ihre Rückstände künftig in Tomaten, Oliven oder Kohl enthalten sein.

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