GVO und Glyphosat: Biobauern wehren sich

Ein Biobauer in Australien zieht vor Gericht, weil der Gentech-Raps der Nachbarn seine Ernte kontaminiert hat und er daraufhin seine Biozulassung verlor. In Texas will sich ein Farmer gegen Gentech-Baumwolle und Glyphosat der Nachbarn wehren.
2010 erlaubte die Regierung von West-Australien den Anbau von genmanipuliertem Raps. Der Biobauer Stephen Marsh fand nach einem heftigen Sturm auf seinem Grund zahlreiche vertrocknete Gentech-Rapspflanzen auf seinen Feldern, die ihrer Samen dort verstreut hatten. Seine Kontrollstelle entzog daraufhin 70 Prozent seiner 478 Hektar großen Farm die Ökozulassung. Stephen Marsh verklagte daraufhin seinen Nachbarn, von dessen Feldern der Raps stammte, vor dem obersten Gerichtshof des Bundesstaates auf Entschädigung. Bis zu einer Entscheidung hat das Gericht festgelegt, das Bauern die Gentech-Raps anbauen, künftig mindestens 1100 Meter Abstand von gentechnikfreien Felder einhalten müssen. Unterstützt wird Steve Marsh von der gentechnikritischen Safe Food Foundation und vielen Spendern. Die Anwaltsrechnungen des beklagten Genraps-Farmers wollen laut Medienberichten Monsanto und der dortige Bauernverband zahlen.
Eric Herm und sein Vater bauen auf ihrer 2.400 Hektar-Farm in Texas Bio-Baumwolle an. Alle seine Nachbarn pflanzen Gentech-Baumwolle an und sprühen Glyphosat. Regelmäßig bläst der Wind im Frühjahr das Herbizid über seine Baumwollpflanzen, die eingehen oder monatelang schwächeln. Gleichzeitig wachsen auf jedem Hektar Hunderte von Gentech-Baumwollpflanzen, deren Samen der Wind dorthin verweht hat. Eric Herm hat die Fälle jetzt dem texanischen Landwirtschaftsministerium gemeldet, um die Beweise zu sichern. Wenn seine Nachbarn weiterhin so rücksichtslos sprühen, will er sie verklagen. „Wir müssen entschlossen der Invasion giftiger Chemikalien entgegentreten, auch wenn das bedeutet, mit den eigenen Nachbarn zu streiten“, sagt er in einem Interview.