Gentech-Mais in Mexiko: Invasion droht

Die US-amerikanische Umweltorganisation ETC Group warnt vor dem „großen mexikanischen Maismassaker“. Die Konzerne Monsanto, DuPont and Dow „planen den dreistesten Anschlag der Geschichte auf ein weltweites Grundnahrungsmittel.“ Worum geht es?
Die drei Unternehmen wollen in Mexiko auf 2,5 Millionen Hektar genmanipulierten Mais anbauen. Das ist eine Fläche größer als Mecklenburg-Vorpommern. Die Anträge dafür liegen der mexikanischen Regierung seit September bzw. Oktober vor. In den nächsten zwei Wochen wird sie entscheiden müssen, denn in Mexiko müssen die Maiskörner im Dezember unter die Erde.
Mexiko ist die Wiege des Maises. Hier züchteten die Azteken aus dem Ur-Mais Tausende von Varietäten. Diese Quelle der Biodiversität würde durch den Anbau des Gentech-Maises verunreinigt, fürchtet nicht nur die ETC Group. Der mexikanische Ableger der Union of Concerned Scientists weist darauf hin, dass die ganze Welt auf die mexikanische Maisvielfalt angewiesen sei, um angesichts neuer Pflanzenkrankheiten und klimatischer Herausforderungen die Maisproduktion aufrecht zu erhalten. Über 1.500 Wissenschaftler appellierten in einem offenen Brief an die mexikanische Regierung, den Anbau auf keinen Fall erlauben. Zudem solle sie alle Feldversuche untersagen und statt dessen die ökologischen und sozialen Folgen des Anbaus von Gentech-Mais untersuchen. Die mexikanische Kleinbauernvereinigung ANAAA hat gar den nationalen Notstand ausgerufen und versucht, möglichst viele Gruppen gegen die „Bedrohung unserer Gesundheit und unserer Nahrung“ zu mobilisieren.