Schweiz bleibt bis 2017 gentechnikfrei

Der Nationalrat, die erste Parlamentskammer der Schweizer, hatte bereits Ende September entschieden: Mit 112 zu 62 Stimmen beschloss er, das 2005 in einer Volksabstimmung verabschiedete Moratorium für den landwirtschaftlichen Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen noch einmal um vier Jahre bis Ende 2017 zu verlängern. Nun hat auch die Wirtschaftskommission der Ständekammer mit großer Mehrheit für eine Verlängerung votiert. Die gesamte Ständekammer dürfte in Kürze folgen.
Vorausgegangen war der Entscheidung ein umfangreiches nationales Forschungsprogramm, das NFP59. Dessen Abschlussbericht erschien im Sommer 2012 und konnte keine Gesundheits- oder Umweltrisiken der Grünen Gentechnik feststellen. Die Schweizerische Arbeitsgruppe Gentechnologie SAG sprach von einer tendenziösen Zusammenfassung. Aussagen zur Entlastung von Risiken seien zugespitzt und real existierende Probleme des kommerziellen Anbaus als Bewirtschaftungsfehler verharmlost worden. Allerdings stellte der Bericht auch fest, dass der wirtschaftliche Nutzen der Agro-Gentechnik unter den heutigen Bedingungen der Schweizer Landwirtschaft bescheiden sei.
Mit diesem Argument bezog der Schweizerische Bauernverband Stellung. „Der Anbau von genetisch veränderten Pflanzen muss drei Bedingungen erfüllen: Er muss ökologisch, landwirtwirtschaftlich und wirtschaftlich interessant sein. Aber gegenwärtig wird keines der drei Kriterien erfüllt“, sagte Vorstandsmitglied Bernard Nicod in einem Interview mit Swissinfo. Seit 2008 importieren die Schweizer auch keine genmanipulierten Futtermittel mehr, wie aus einer Importstatistik hervorgeht.