EFSA und MON87460: Fehlerhafte Risikoabschätzung

Die Agro-Gentechnik-Experten der europäischen Lebensmittelbehörde EFSA haben wieder einmal einen genmanipulierten Mais von Monsanto als unbedenklich durchgewunken. Diesmal handelt es sich um MON87460, eine Maissorte, die tolerant gegen Dürre sein soll. Um das zu erreichen, haben die Monsanto-Forscher dem Mais Erbgut eines Bodenbakteriums eingebaut. Die Pflanze produziert nun ein so genanntes Kälteschock-Protein. Das Eiweiß soll bewirken, dass der Mais den Stress besser wegsteckt, den eine andauernde Trockenheit verursacht.
Das Protein wird von allen Pflanzenteilen produziert kann in die Nahrungskette gelangen. Aus diesem Grund hat die Organisation Testbiotech die Sicherheitsüberprüfung der EFSA-Experten unter die Lupe genommen. In der Testbiotech-Stellungnahme heißt es, die von Monsanto vorgelegten Untersuchungen zur Toxizität entsprächen weder den Standards der OECD noch den Leitlinien der EFSA. Es habe keine Langzeit-Fütterungsversuche gegeben und in der vorgelegten 90-Tage-Studie seien die Kontrolltiere ebenfalls mit einem genmanipulierten Mais gefüttert worden. Auch sei kein Mais verwendet worden, der tatsächlich unter Dürrebedingungen gewachsen ist. Dabei sei bekannt, dass sich dabei die Zusammensetzung der Inhaltsstoffe ändere. Das Fazit von Testbiotech: Die Risikoabschätzung der EFSA sei fehlerhaft, voller Unsicherheiten und fragwürdiger Annahmen.
Notwendig ist der von Monsanto unter der Firmenbezeichnung DroughtGard vermarktete Mais nicht. Bei der Zulassung in den USA Ende 2011 teilte das US-Landwirtschaftsministerium USDA mit, dass der Monsanto-Mais lediglich vergleichbare Erträge bringe, wie konventionelle Sorten, die speziell für wasserarme Regionen gezüchtet wurden. Die US-Wissenschaftlerorganisation Union of Concerned Scientists weist in einer Studie nach, dass die klassische Züchtung trockentolerantes Saatgut schneller, günstiger und effektiver entwickelt habe als Monsanto.