BASF begräbt seine Gen-Knollen

„Die europäischen Zulassungsprozesse für die Kartoffelprojekte Fortuna, Amadea und Modena werden gestoppt, da weitere Investitionen aufgrund der Unwägbarkeiten im regulatorischen Umfeld und drohender Feldzerstörungen nicht gerechtfertigt werden können“, teilte BASF Plant Science mit. Damit hat der Chemiekonzern BASF seine Genkartoffel-Projekte zumindest in Europa begraben. Die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) teilte mit, die BASF wolle auch den Antrag für weitere Freisetzungen in Deutschland zurückziehen.
„Die BASF hat sich noch alle Optionen offen gehalten und hat deshalb die drei Sorten im Zulassungsprozess belassen. Allerdings hat die BASF auch hier keinen Wirtschaftspartner gefunden, der Interesse an GV-Kartoffeln hat. Schon bei Amflora haben Kartoffelverarbeiter und die Stärkeindustrie Bedenken angemeldet und betont, dass die Gefahr einer Vermischung und das Risiko Geschäftspartner zu verlieren, zu hoch seien,“ analysierte Annemarie Volling, Gentechnik-Expertin der AbL. Volling.
Der Konzern kündigte auch an, seine „Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten für Futtermais mit verbesserten Nährstoffen in den USA nicht fortzusetzen“. Statt dessen will BASF seine „Plattform für Pilzresistenz auf Mais ausweiten, weil das Marktpotenzial langfristig attraktiv ist.“ Geforscht und angebaut werden soll der Mais in der neuen Unternehmenszentrale von BASF Plant Science in North Carolina. Dorthin hatte der Konzern vor einem Jahr seine Agro-Gentechnik-Tochter verlagert.