USA: Farmer denken an Ausstieg

Einige Landwirte in den USA überlegen ernsthaft, wieder gentechnikfreies Saatgut einzusetzen, berichtet die Zeitschrift Farmers Weekly. Der Grund dafür seien schlechte Ernten und die zunehmende Pestizidresistenz der Unkräuter. „Das ist eine einfache Kosten-Nutzen-Rechnung“ zitiert die Zeitschrift Dan Basse, den Vorsitzenden der Agrarberatungsagentur AgResource. Das genmanipulierte Saatgut koste die Bauern 250 US-Dollar mehr, aber die Ernten seien nicht besser als vor zehn Jahren. „Sie haben begonnen sich zu fragen, warum sie für diese Technologie Geld ausgeben.“ Käme es zu einem großen Umschwung, könnte es schwierig werden, genug gentechnikfreies Saatgut zu bekommen, sagte Basse.
Bewegung kommt auch in die Debatte um die Kennzeichnung von Lebensmitteln mit genmanipulierten Zutaten. Die New York Times schreibt, dass mehrere große Lebensmittelhersteller und Walmart als größte Handelskette sich mit Befürwortern einer Kennzeichnung und dem Landwirtschaftsministerium zu einer Diskussion getroffen hätten. Die Niederlage der Kennzeichnungsbefürworter in Kalifornien habe ähnliche Initiativen in rund 20 anderen US-Staaten angespornt, schreibt die Zeitung. Hinzu kamen massive Verbraucherproteste gegen die Finanzierung der „No-Kampagne“ durch Monsanto und viele Lebensmittelkonzerne. Besonders unter Beschuss geraten waren Marken von Bio-Lebensmitteln und Natural Food, die zu großen Konzernen gehören. Ron Cummins, Geschäftsführer der Organic Consumer Association, sieht das Treffen als Erfolg dieser Kampagne. Er warnt aber auch, dass es sich um taktische Spielchen handeln könnte, um die Verbraucher einzulullen.