Kein Bock auf Transparenz: Monsanto will EFSA verklagen

Der Agro-Gentechnikkonzern Monsanto will gegen die Veröffentlichung von Unterlagen über die Maissorte NK603 durch die europäische Lebensmittelbehörde EFSA klagen. Dies teilte der Online-Dienst Foodnavigator mit und berief sich dabei auf einen Brief, den Monsanto der Behörde geschrieben haben soll. Mit NK603 waren die Ratten in der bekannten Séralini-Studie gefüttert worden, die im September 2012 veröffentlicht wurde. Im Zuge der Kontroverse über die Studie hatte die EFSA im Januar 2013 die Unterlagen veröffentlicht, die Monsanto für die Zulassung von NK603 eingereicht hatte. Damals sprach EFSA-Direktorin Catherine Geslain-Lanéelle von einer Initiative, „im Rahmen derer bei der Risikobewertung verwendeten Daten öffentlich zugänglich gemacht werden sollen.“ Damit wolle die Behörde „Wissenschaftler aus verschiedenen Fachgebieten dabei unterstützen, Forschungswege zu beschreiten, die letztlich die wissenschaftliche Literatur bereichern und wertvolle neue Gesichtspunkte liefern, welche in die Risikobewertung einbezogen werden können.“ Bis heute folgten allerdings keine weiteren Veröffentlichungen.
Die frühere französische Umweltministerin Corinne Lepage warf Monsanto in der Zeitung Le Monde vor, der Konzern wolle die „Omerta“ über die Rohdaten seiner gentechnisch veränderten Pflanzen aufrecht erhalten. Mit der Veröffentlichung sei die EFSA einen Schritt in die richtige Richtung gegangen. Alle Daten und Studien für die Zulassung gentechnisch veränderter Erzeugnisse sollten veröffentlich werden.

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