Ilse Aigner: Kein Herz für Bienen

Die Bundesregierung hat ein europaweites Verbot der für Bienen äußerst giftigen Neonikotinoide verhindert. Bei der Abstimmung im zuständigen EU-Ausschuss enthielt sich Deutschland. Dadurch scheiterte der Vorstoß der EU-Kommission, drei besonders bienen-giftige Pestizide zu verbieten obwohl die Mehrheit der EU-Staaten dafür war.
Das Bundeslandwirtschaftsministerium verteidigte seine Enthaltung und argumentierte, der EU-Vorschlag würde das „hohe Schutzniveau in Deutschland aufweichen“. Der Vorschlag der EU-Kommission hätte zur Folge, „dass die Saatgutbeizung für Wintergetreide und Mais zur Saatgutproduktion sowie bestimmte Spritzanwendungen von Neonikotinoiden wieder ermöglicht würden.“ Die deutschen Imkerverbände warfen dem Ministerium daraufhin „ irreführende Tatsachenverdrehung und Verbreitung von täuschenden Halbwahrheiten“ vor. Es sei zwar richtig, dass die Bereiche Wintergetreide und auch die Produktion von Saatgut nicht vom Kommissionsvorschlag erfasst würden. „Aigners Ministerium verschweigt allerdings, dass laut dem Kommissionsplan Anwendungen der drei Neonicotinoid-Wirkstoffe Clothianidin, Imidacloprid und Thiomethoxam für fast alle bienenattraktiven Kulturen wie Raps, Sonnenblumen und Obstkulturen für zwei Jahre verboten würden“. In Deutschland ist nur die Anwendung der Mittel auf Mais und Winterweizen untersagt.
Neonicotinoide stören den Orientierungssinn der Bienen und machen sie anfällig für Krankheitserreger wie die Varroa-Milbe. Chemiekonzerne wie Syngenta und Bayer übten im Vorfeld der EU-Entscheidung massiv Druck aus, um das Verbot zu verhindern. In einer Online-Petition der Bewegungsplattform Avaaz haben sich bisher über 2,5 Millionen Menschen für den Schutz der Bienen durch ein Neonikotinoid-Verbot ausgesprochen.

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