Bayer soll auf seinen Gentech-Reis verzichten

Vor zehn Jahren beantragte der Chemiekonzern Bayer erstmals eine EU-Zulassung für seine genmanipulierte Reissorte LL62 beantragt. Das Gen-ethische Netzwerk und die Coordination gegen Bayer-Gefahren (CBG) haben EU-Verbraucherkommissar Tonio Borg und Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner in einem Schreiben aufgefordert, diesen Antrag endgültig abzulehnen. Zur Hauptversammlung der Bayer AG am 26. April haben die beiden Organisationen zudem einen Gegenantrag eingereicht, in dem ein Verzicht auf LL62 gefordert wird. Bayer plant, LL62 in Südamerika und Asien zu vermarkten. Doch dort liegen bisher keine Anbaugenehmigungen vor.

Der Reis LL62 ist gegen das Bayer-Herbizid Liberty mit dem Wirkstoff Glufosinat resistent. Dieser Wirkstoff kann Missbildungen bei Ungeborenen verursachen und ist deshalb als reproduktionstoxisch klassifiziert. Er gehört zu den 22 Wirkstoffen, die nach der EU-Pestizidgesetzgebung keine erneute Zulassung erhalten dürfen. Während Bayer in Deutschland auf die Zulassung von Liberty freiwillig verzichtet hat, kündigte das Unternehmen im Februar 2013 an, die Produktion von Glufosinat für den Export erneut zu erhöhen. Die CBG forderte den Konzern auf, statt dessen die Produktion ganz einzustellen.