Monsanto geht auf den Magen

Schweine, die mit Mais und Soja des Gentechnik-Konzerns Monsanto gefüttert wurden, litten häufiger an Magenerkrankungen als gentechnikfrei ernährte Tiere. Das ergab eine Fütterungsstudie, die US-amerikanische und australische Wissenschaftler veröffentlichten. Die Gentechnik-Lobby reagierte darauf umgehend mit den üblichen Vorwürfen.
Die Wissenschaftler fütterten 84 Ferkel über die übliche Mastdauer von 23 Wochen hinweg mit RoundupReady Soja sowie einer Maismischung, die zu 90 Prozent aus DK 42-88 bestand, ein Mais, dem gleich drei Erbgutänderungen (der Sorten NK603, MON863 und MON810) eingebaut wurden. 84 weitere Schweine erhielten eine gentechnikfreie Futtermischung.
Die Untersuchung der beiden Gruppen am Ende der Mastzeit ergab keine signifikanten Unterschiede – mit zwei Ausnahmen. Die Zahl ernsthafter Magenentzündungen war bei den mit Gentechnikpflanzen gefütterten Tieren um das 2,6-fache erhöht. Zudem hatten die weiblichen Tiere dieser Gruppe eine um 25 Prozent größere Gebärmutter. Angesichts der weiten Verbreitung gentechnisch veränderter Pflanzen als Nahrungsmittel für Tiere und Menschen seien diese Ergebnisse ein „Anlass zur Sorge“ schrieben die Wissenschaftler.

Von den einschlägigen Lobbyisten der Gentechnik kamen die üblichen Argumente: Die Statistik sei einseitig ausgewertet, die gentechnikfreien Tiere hätten öfter was am Herzen, noch dazu sei die leitende Wissenschaftlerin Judy Carman eine Gentechnik-Kritikerin und die Zeitschrift ein unbekanntes Fachblatt für Ökolandbau. Außerdem seien die Tiere schlecht gehalten worden. Der letzte Vorwurf stimmt insofern, weil die Tiere nicht im Labor, sondern in einem üblichen US-Betrieb industriell gemästet wurden. So wie fast alle Schweine, die genmanipuliertes Futter bekommen. Typische Beiträge schrieben der Gentechnik-Verfechter Mark Lynas und Ludger Weß für Die Achse des Guten. Auf ihrer Webseite antwortete Studienleiterin Judy Carman auf die Vorwürfe.