Gentech-Mais NK 603: EU vergibt Langzeitfütterungsstudie

In einer zwei Jahre dauernden Fütterungsstudie will die EU-Kommission klären, ob der genmanipulierte Mais NK 603 von Monsanto bei Ratten Krebs erregen kann. Ein entsprechendes Forschungsprojekt für insgesamt drei Millionen Euro hat die Kommission Ende Juni ausgeschrieben. Bis zum 1. Oktober können sich Interessenten für den Auftrag bewerben. Vergeben werden soll der Auftrag dann im ersten Quartal 2014. Bewerben können sich Projektgemeinschaften, die mindestens drei Forschungseinrichtungen aus verschiedenen Mitgliedsstaaten umfassen müssen.
Damit zieht die EU-Kommission Konsequenzen aus der im September 2012 von dem französischen Wissenschaftler Gilles-Eric Séralini vorgelegten und sehr umstrittenen Fütterungsstudie. Séralini und sein Team hatten erstmals Ratten zwei Jahre lang mit NK 603 gefüttert und dabei eine erhöhte Krebssterblichkeit festgestellt. Die EU-Lebensmittelbehörde EFSA hatte die Studie mit den Argumenten der Gentechnik-Lobbyisten kritisiert, aber selbst keine Wiederholung der Studie in Auftrag gegeben. Die Behörde hatte zuvor NK603 trotz vieler kritischer Hinweise von Wissenschaftlern als sicher eingestuft.
Mit ihrer Ausschreibung stellt die EU-Kommission klar, dass sie Séralinis Ergebnisse für so gravierend hält, dass sie den Fütterungsversuch wiederholen will, um ihn zu verifizieren. Finanziert wird der Versuch nicht von der EFSA, sondern im Rahmen des 7. EU-Forschungsrahmenprogramms, für das die Generaldirektion Forschung und Wissenschaft zuständig ist.