Polnische Gentech-Gurke: Süß und frostsicher

Forscher des Instituts für Pflanzengenetik an der Polnischen Wissenschaftsakademie wollen in der westpolnischen Großstadt Poznan genmanipulierte modifizierte Gurken freisetzen. Diese sollen viel süßer schmecken als herkömmliche Gurken und weniger kälteempfindlich sein. Beantragt ist eine Versuchsfläche von 450 Quadratmetern.
Aufgeführt ist der Antrag auf der Freisetzungs-Seite der EU-Kommission. Polen selbst hat das gesetzlich vorgeschriebene Register für Gentechnik-Standorte nicht umgesetzt und wurde deshalb im Juni 2013 von der EU-Kommission verklagt.
Die manipulierte Gurke enthält drei neue Gene aus anderen Arten: Eines kommt aus der Katamfe, einer Staude, die den Süßstoff Thaumatin produziert. Das zweite stammt aus einer Wildkartoffel-Art und soll die Gurke kälteresistent machen. Als drittes tragen die Gurken ein Marker-Gen, das eine Resistenz gegen das Antibiotika Kanamycin überträgt. Der Versuch in Poznan soll im Mai 2014 beginnen. Ob er schon genehmigt ist, steht nicht im EU-Register.
Das Register führt für 2013 insgesamt 25 Freisetzungsversuche auf, die meisten davon in Spanien. Dort testen unter anderen die Saatgut-Konzerne Monsanto, Bayer, Limagrain und KWS ihre bekannten Gentech-Pflanzen. Neue Entwicklungen, wie die Gentech-Gurke, testen vor allem staatliche Institute oder Universitäten. Dazu zählen Mais mit mehr Vitaminen oder ein Weizen, der für Zöliakie-Kranke genießbar sein soll.

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