Gentech-Weizen in den USA: Bisher ein Einzelfall

Die im Mai 2013 auf einer Farm im US-Bundesstaat Oregon gefundenen Exemplare des genmanipulierten Weizens MON71800 sind ein Einzelfall – bisher. Das teilte die US-Gentechnikbehörde APHIS in einem ZwischenberichtEnde Juli mit. Doch noch sind die Untersuchungen nicht abgeschlossen und es ist völlig unklar, wie der 2005 von Monsanto zurückgezogene Gentech-Weizen auf den Acker kommen konnte.
Möglichkeiten zu entkommen hatte der manipulierte Weizen reichlich. Von 1994 bis 2005 hatte APHIS insgesamt 158 Feldversuche mit MON71800 in 16 US-Staaten genehmigt. Man habe die Aufzeichnung dieser Versuche überprüft und fast 270 Landwirte interviewt, erklärte Behörde. Auch seien zahlreiche Proben aktueller Weizenernten gezogen und überprüft worden – ohne Befund. Alle bisher gesammelten Informationen würden darauf hindeuten, dass es sich bei dem Fund der gentechnisch veränderten Weizens um einen Einzelfall gehandelt habe, argumentiert die Behörde.
Das Wissenschaftsmagazin Nature nennt – unter Berufung auf Daten des Landwirtschaftsministeriums sogar 256 Feldversuche im Zeitraum von 1997 bis 2005. Dafür habe Monsanto das manipulierte Saatgut an Züchter weitergegeben, um es in regional angepasste Weizensorten einzukreuzen. Das Magazin berichtet auch, Monsanto behaupte, das manipulierte Saatgut sei gezielt von Gentechnikkritikern ausgebracht worden. Nature zitiert allerdings mehrere Wissenschaftler, die diese These als sehr unwahrscheinlich bezeichnen.
Medienberichte wiesen auch darauf hin, dass rund 700 Kilogramm MON71800-Saatgut bis Ende 2011 in einer staatlichen Einrichtung, dem National Center for Genetic Resources Preservation in Fort Collins, gelagert waren. Das Saatgut sei 2012 verbrannt worden, teilte das US-Ladwirtschafministerium dazu mit.
Die japanische Regierung hat Ende Juli mitgeteilt, den zwischenzeitlich gestoppten Import von US-Weizen wieder aufzunehmen. In den bisher kontrollierten Lieferungen waren keine gentechnischen Verunreinigungen festgestellt worden. Südkorea hat seinen Importstopp ebenfalls aufgehoben.