Patent auf Krebs-Schimpansen erteilt

Das europäische Patentamt hat erneut ein Patent erteilt, das gentechnisch veränderte Schimpansen und andere Affenarten umfasst. Bekommen hat das Patent EP1364025 die australische Firma Bionomics. Sie hat aus dem menschlichen Körper Gene isoliert, die die Entstehung von Krebs verhindern sollen. Laut Patent sollen diese Gene bei Schimpansen künstlich stillgelegt werden – die Tiere hätten dann ein erhöhtes Risiko, an Krebs zu erkranken. Bionomics hält bereits drei weitere erteilte europäische Patente auf Schimpansen mit Störungen des Nervensystems. Ähnliche Patente haben sich auch die US-Firmen Intrexon und Altor gesichert.
„Bionomics hat über ein Dutzend Patentanträge eingereicht, in denen gentechnisch veränderte Schimpansen beansprucht werden, die alle möglichen Krankheitssymptome zeigen sollen. Wir kennen kein anderes Unternehmen, das so viele dieser umstrittenen Patente beantragt hat“, kritisiert Christoph Then von der Organisation Testbiotech. „Die Investoren von Bionomics, zu denen auch viele namhafte Banken gehören, müssen sich fragen lassen, warum sie nicht die Einhaltung ethischer Grenzen verlangen.“ Die Webseite von Bionomics nennt unter anderen die HSBC-Bank, UBS, JP Morgan, Citicorp und BNP Paribas. Testbiotech kritisiert das Patent auch, weil es menschliche Gene als Erfindung beansprucht, die lediglich aus dem Körper isoliert wurden. Sogar der US Supreme Court habe jüngst derartige Patente verboten, da es sich hier um reine Entdeckungen handelt. Auf der Webseite von Testbiotech kann man einen Einspruch gegen Patente auf Schimpansen unterschreiben.