Schweiz: Uni Zürich darf Gentech-Weizen freisetzen

Das Bundesamt für Umwelt (BAFU) hat dem Institut für Pflanzenbiologie der Universität Zürich einen Freisetzungsversuch mit einer gentechnisch veränderten Weizensorte genehmigt, die resistent gegen die Pilzkrankheit Mehltau ist. Der Versuch soll von 2014 bis 2018 dauern und zeigen, wie sich die manipulierten Weizenlinien wie sich die Weizenlinien auf freiem Feld verhalten und wie sich diese Resistenz auswirkt.
Die Schweizerische Arbeitsgruppe Gentechnologie (SAG) nannte den Versuch unnütz und riskant: „Mehltau ist in der Schweizer Landwirtschaft nicht das Hauptproblem. Die meisten heutigen Sorten sind resistent oder zumindest wenig anfällig gegenüber dieser Krankheit“, schreibt die SAG in ihrer Stellungnahme. Mehltau trete in zu intensiv und fehlerhaft bewirtschafteten Feldern auf. Die SAG-Experten verwiesen auch auf die bereits 2008 bis 2010 durchgeführten Versuche. Sie hätten gezeigt, „dass sich bei der Freisetzung völlig überraschende negative Effekte zeigen können. So trat auf gentechnisch veränderten, mehltauresistenten Sorten der Mutterkornpilz auf. Dessen Inhaltsstoffe sind für den Menschen hoch giftig.“
Das der Agro-Gentechnik nicht abgeneigte Portal pflanzenforschung.de weist auf eine andere Nebenwirkung hin: Der Weizen mit gentechnisch induzierter Mehltauresistenz war bei Blattläusen besonders beliebt.
In der Schweiz ist der kommerzielle Anbau genmanipulierter Pflanzen durch ein Moratorium verboten. Erlaubt sind Freisetzungen auf einem eigens dafür vorgesehenen Areal der Universität Zürich. Die SAG wertet den jetzt genehmigten Versuch deshalb als „reine Alibiübung, um die teure Protected Site in Zürich-Reckenholz in den nächsten fünf Jahren auszulasten.“