EU soll Zulassungsverfahren für Gentech-Reis stoppen

Vor zehn Jahren hat der Bayer-Konzern bei der EU-Kommission beantragt, die genmanipulierte Reissorte LL62 als Lebensmittel zuzulassen. 2007 erklärte die EU-Lebensmittelbehörde EFSA den Reis als „sicher“. Doch noch hat LL62 in keinem Land der Welt eine Anbauzulassung. Deshalb hat auch die EU bisher nicht über die Zulassung als Lebensmittel entschieden. Nun haben Coordination gegen Bayer-Gefahren (CBG) und das Gen-ethische Netzwerk (GeN) die EU-Kommission und den Konzern aufgefordert, das Zulassungsverfahren zu stoppen.
Die Begründung: Der LL-Reis ist resistent gegen den Wirkstoff Glufosinat in Bayer-Produkten wie Liberty Link oder Basta. Glufosinat schädigt die menschliche Fruchtbarkeit, sowie Säugetiere und nützliche Insekten. Deshalb läuft die EU-Zulassung 2017 aus. Die Kommission forderte im Mai 2013 die Mitgliedsstaaten auf, die Zulassung glufosinathaltiger Spritzmittel zu widerrufen oder zumindest einzuschränken. Doch das gilt nur für die EU. Außerhalb Europas verkauft Bayer das hochgiftige Spritzmittel in zunehmenden Mengen. In den USA will der Konzern sogar eine neue Produktionsanlage bauen und so den weltweiten Ausstoß des Giftes verdoppeln. Dort bietet Bayer seine Glufosinat-ressistenten Sorten als Lösung für die zunehmenden Unkrautresistenzen gegen glyphosathaltige Spritzmittel an.
Dem gleichen Ziel dient die von Bayer genmanipulierte Sojabohnensorte FG72. Sie ist gegen den Wirkstoff Isoxaflutol resistent. Das Herbizid wird von der US-Umweltbehörde EPA als „vermutlich krebserregend“ eingestuft. Dennoch hat das US-Landwirtschaftsministerium jetzt den Anbau von FG72 zugelassen, teilte das Center for Food Safety mit.