Gentech-Raps: Weltweit vom Acker entkommen

Wild wachsender gentechnisch manipulierter Raps lässt sich in mehreren Ländern nachweisen, obwohl er nur in den USA, Kanada und in geringem Umfang in Australien angebaut wird. Der Verein Testbiotech hat die bekannten Funde zusammengetragen. In einigen Fällen hat sich das manipulierte Erbgut bereits in Populationen verwandter Arten wie Rübsen verbreitet. Zudem entstanden in einigen Rapspflanzen neue Kombinationen von gentechnisch verändertem Erbgut.
In Kanada und den USA sind seit Jahren rund 90 Prozent des angebauten Rapses genmanipulierte Sorten. Entsprechen enthalten fast alle wild wachsenden Raps-Populationen entlang von Feldrainen oder Straßen manipuliertes Erbgut. Mehrere Studien fanden auch Pflanzen, die Resistenzen gegen die Herbizide Glyphosat und Glufosinat in sich vereint hatten. Eine vergleichbare kommerzielle Sorte gibt es nicht.
In Japan werden bereits seit 2005 am Rande der großen Seehäfen und der wichtigsten Transportrouten manipulierte Rapspflanzen nachgewiesen. Der Inselstaat importiert große Mengen Raps aus Kanada. Beim Transport gehen einige der Samen verloren. Dies passierte auch in der Schweiz entlang von Bahngleisen. Obwohl dort seit 2008 kein genmanipulierter Raps mehr importiert wird, lässt sich das Erbgut in den Wildpflanzen noch nachweisen. Testbiotech vermutet, dass die Bahndämme regelmäßig mit Glyphosat behandelt werden und die resistenten Populationen dadurch einen Vorteil haben.
Vergleichbare Untersuchungen entlang von Transportwegen fehlen in der EU bisher. Allerdings lassen sich Verunreinigungen von einstmals für den Anbau zugelassenen und in zahlreichen Feldversuchen erprobten Rapssorten bis heute nachweisen. Testbiotech nennt als Beleg zwei Studien aus Deutschland und Schweden, die das manipulierte Erbgut in der Nähe ehemaliger Versuchsfelder fanden. Auch im Saatgut seien immer noch Verunreinigung mit diesen inzwischen zurückgezogenen Rapssorten nachweisbar, meldet die Studie unter Berufung auf die EU-Kommission.