Glyphosat macht Kühe krank

Glyphosath als Rückstand im Viehfutter beeinträchtigt den Stoffwechsel von Milchkühen. Zu diesem Ergebnis kam das Team der Leipziger Professorin Monika Krüger. Die Wissenschaftler hatten bei 30 Kühen von acht konventionellen dänischen Höfen die Glyphosat-Gehalte im Urin analysiert. Parallel dazu bestimmten sie zahlreiche Blutwerte. Das Ergebnis veröffentlichten sie in der Fachzeitschrift Environmental & Analytical Toxicology:
In allen Urinproben ließen sich relevante Mengen an Glyphosat nachweisen. In den Blutproben fanden sich erhöhte Werte von Enzymen, die auf Zellschädigungen in Leber und Muskeln hinwiesen. Gleichzeitig wies die Hälfte der Tiere hohe Harnwerte auf, was auf Nierenprobleme hindeutet. Die Wissenschaftler fanden zwischen einigen der Blutwerten und den Glyphosatgehalten im Urin der Tiere einen Zusammenhang. Dies zeige, dass Glyphosat giftig auf den normalen Stoffwechsel von Milchkühen wirke, schreiben sie in ihrer Zusammenfassung.
Gleichzeitig wiesen die Tiere sehr niedrige Werte der Spurenelemente Kobalt und Mangan auf. Die Wissenschaftler führten das auf einen bekannten Effekt von Glyphosat zurück. Das Herbizid bindet diese Stoffe und entzieht sie den Pflanzen. Anscheinend, so vermuten sie, wirkt es so auch in den Tieren.
Die Untersuchung der Leipziger Wissenschaftler ist die erste, bei der in großem Umfang die Glyphosatbelastung von Milchkühen untersucht wurde. Angesichts der breiten Verwendung des Herbizids und der daraus resultierenden Belastung von Futtermitteln ist das erstaunlich. Monika Krüger und ihr Team konnten bereits zeigen, dass Glyphosat das bakterielle Gleichgewicht in Hühnermägen stört. Sie vermuten, dass die Herbizidrückstände auch die Ursache für den zunehmenden chronischen Botulismus in Milchviehställen sind.