Neue Gentechnik-Soja – altes Pestizid

Die EU-Lebensmittelbehörde EFSA hat der genmanipulierten Sojapflanze MON 87708 einen Persilschein ausgestellt. Die von Monsanto und dem Chemiekonzern BASF entwickelte Bohne MON 87707 ist resistent gegen das Uralt-Herbizid Dicamba. Sie soll Bauern als Alternative angeboten werden, auf deren Feldern Unkraut wächst, das bereits gegen das Monsanto-Herbizid Roundup mit dem Wirkstoff Glyphosat resistent ist. Dem gleichen Ziel dienen auch andere Gentechnik—Pflanzen, etwa der gegen 2,4-D resistente Mais DAS-40278-9 von Dow Chemical, die ebenfalls auf ihre Zulassung warten.
Vor zwei Jahren hatte Monsanto bei der EU beantragt, MON 87708-Bohnen als Lebens- und Futtermittel einführen zu dürfen. Nun kamen die EFSA-Experten aufgrund der von Monsanto eingereichten Unterlagen zu dem Schluss, dass MON 87707 ebenso sicher sei wie konventionelle Soja. Die umfangreichen Einwendungen von nationalen Fachbehörden aus Frankreich, Italien, Österreich und den Niederlanden sowie des deutschen Bundesamtes für Naturschutz wischte die EFSA vom Tisch. Sie bezogen sich sowohl auf die unzureichenden Monsanto-Unterlagen als auch auf mögliche ökologische und gesundheitliche Auswirkungen eines verstärkten Einsatzes von Dicamba. Schon vor 20 Jahren wies das Pestizid-Aktions-Netzwerk auf eine Studie hin, der zufolge Dicamba das Risiko von bösartigen Erkrankungen des Lymphsystems bei Landwirten verdoppelt. Die EFSA hingegen hatte 2011 keine Bedenken gegen einen Dicamba-Einsatz.
Nun müssen die Regierungen der Mitgliedsstaaten im zuständigen Ausschuss über die Zulassung von MON 87707 als Lebens- und Futtermittel entscheiden. Da sie sich voraussichtlich nicht einigen werden, hat die EU-Kommission das Wort. Sie gilt als gentechnikfreundlich.