Resistente Schädlinge: MON 810 ist in Südafrika gescheitert

Der genmanipulierte Mais MON 810 wird in Südafrika nicht mehr angebaut. 15 Jahre nach der Einführung der Maissorte haben sich die Schädlinge an das von dem Mais gebildete Bt-Toxin gewöhnt. Nun sollen andere genmanipulierte Sorten den afrikanischen Maisstängelbohrer bekämpfen. Derweil versucht Monsanto, den gescheiterten MON 810 in anderen afrikanischen Staaten auf den Markt zu drücken. Dieses Fazit zieht ein Report, den das African Centre for Biosafety (ACB) veröffentlicht hat.
ACB beschreibt darin, wie Monsanto den südafrikanischen Mais-Markt erobert hat: Nach der Einführung von MON 810 kaufte der Konzern zwei der größten südafrikanischen Saatgutfirmen und kontrolliert inzwischen 50 Prozent des Marktes für Maissaatgut. Auch die von anderen Firmen verkauften Gentechnik-Maissorten beruhen fast alle auf Monsanto-Patenten. 2012 wurde auf über 80 Prozent der südafrikanischen Maisanbauflächen Gentech-Mais angebaut. Bereits vor einigen Jahren tauchen die ersten resistenten Schädlinge auf, die sich massiv ausbreiteten. Monsanto zahlte betroffenen Farmern Schadensersatz und brachte seine neue Maissorte MON 8903 auf den Markt, die zwei verschiedene Bt-Toxine produziert und so die resistenten Maisstängelbohrer bekämpfen soll. Der Preis für Maissaatgut in Südafrika hat sich seit der Einführung von Gentech-Mais verdoppelt.
Den gescheiterten Mais MON 810 hat Monsanto – frei von Lizenzen – dem Projekt Water Efficient Maize for Africa (WEMA) zur Verfügung gestellt. Gefördert von den Stiftungen der US-Milliardäre Bill Gates and Warren Buffet versucht WEMA, ertragreiche Maissorten zu züchten, die Trockenheit gut überstehen. In solche konventionellen Sorten wird nun zusätzlich das Erbgut von MON 810 eingekreuzt. Erste Feldversuche in Kenia und Uganda habe es schon gegeben, schreibt ACB. Um auf die Gefahren solcher Einkreuzungen hinzuweisen, berichtet ACB über Erfahrungen aus Ägypten, wo das MON 810 – Erbgut in eine heimische Hochertragssorte eingekreuzt wurde. Fütterungsversuche mit dem neuen Gentech-Mais zeigten mögliche Gesundheitsrisiken auf. Außerdem sicherte Monsanto sich die Rechte an der neu entwickelten Pflanze und damit auch an dem von den ägyptischen Partnern eingebrachten Hochleistungs-Erbgut.