EU-Kommission lässt SmartStax zu

Die EU-Kommission hat den umstrittenen Gentech-Mais SmartStax als Lebens- und Futtermittel zugelassen. SmartStax wurde gentechnisch so verändert, dass er sechs Insektengifte produziert und resistent gegen zwei Unkrautvernichtungsmittel ist. Die EU-Lebensmittelbehörde EFSA hatte den von Monsanto und Dow Chemical hergestellten Mais als sicher bewertet und war dafür massiv kritisiert worden – auch von Behörden aus EU-Staaten. Denn die Wechselwirkung der verschiedenen Gifte war nur an Insekten untersucht worden. Versuche zu den gesundheitlichen Risiken für Menschen und Tiere fehlten in den Zulassungsunterlagen.
Auf der selben Sitzung hat die Kommission auch den Gentech-Mais 1507 zum Anbau empfohlen. Nun muss sich der Rat der EU-Agrarminister damit befassen. Mit einer Entscheidung ist noch vor Ende des Jahres zu rechnen. Lehnen die Minister den Gentechnik-Mais nicht mit einer qualifizierten Mehrheit ab, wird die Kommission die Anbau-Genehmigung erteilen. Der Bund ökologische Lebensmittelwirtschaft forderte die Bundesregierung auf, bei der Ratsabstimmung gegen die Zulassung zu stimmen: „Der überwiegende Teil der Menschen in Europa will keine Gentechnik auf dem Acker und auf dem Teller.“
Schließlich hat die EU-Kommission auch noch mit MON 810 kontaminierten Pollen als Bestandteil in Lebensmitteln zugelassen. Honig mit diesen Pollen ist damit – anders als bisher – grundsätzlich verkehrsfähig. Überschreitet der Gehalt 0,9 Prozent, muss dies allerdings deklariert werden.
„Die Kommission hat mit ihrer geballten Entscheidung, gleich drei äußerst umstrittene Gentechnik-Konstrukte zuzulassen respektive die Zulassung dem Ministerrat zu empfehlen, jede Sensibilität vermissen lassen. Das ist ein klares Zeichen gegen den Willen der Bevölkerung und eine Absage an den vorsorgenden Verbraucherschutz“, kritisierte der grüne Europaabgeordnete Martin Häusling.