Atlas der entsprungenen Gene

Der Verein Testbiotech hat „eine globale Übersicht der unkontrollierten Ausbreitung gentechnisch veränderter Pflanzen“ veröffentlicht. Der Bericht beschreibt exemplarische Fälle aus den USA und Kanada, Mittelamerika, Japan, China, Australien und Europa. Dort ist in vielen Regionen gentechnisch manipulierten Pflanzen der Sprung vom Acker in die Umwelt bereits gelungen. In einigen Fällen fanden sich die künstlichen DNA-Konstrukte auch in Populationen wild wachsender Arten. Betroffen sind Mais, Reis, Baumwolle, Raps, Straußgras und Pappeln. Veröffentlicht wurde der bericht am Rande einer Konferenz über die Koexistenz mit gentechnisch veränderten Pflanzen (n Lissabon. An der Konferenz, die unter anderem von Monsanto gesponsert wird, nimmt auch EU-Kommissar Tonio Borg teil, der für Marktzulassungen dieser Pflanzen verantwortlich ist. Er solle sich die globalen Auswirkungen dieser Technologie bewusst machen, forderte Christoph Then von Testbiotech. „Wir brauchen klare Bestimmungen, nach denen die Freisetzung gentechnisch veränderten Organismen verboten ist, wenn sie nicht mehr aus der Umwelt zurückgeholt werden können.“
Testbiotech beschreibt in elf Fallstudien wie genmanipulierte Pflanzen vom Acker entkommen, etwa Bt-Reis in China oder Rap in Kanada und den USA. Auch das Vorkommen von Raps und anderen Gentech-Pflanzen entlang von Transportrouten in an sich gentechnikfreien Ländern wie der Schweiz oder Südkorea wird thematisiert. Weitaus mehr Einzelfälle und Berichte aus aller Welt finden sich im GM Contamination Register der britischen Organisation Gene Watch UK. Sie sammelt seit 1997 Verunreinigungsfälle, bisher sind es rund 400