Journal will Seralini-Studie zurückziehen

Die Fachzeitschrift Food and Chemical Toxicology (FCT) hat dem französischen Professor Eric Seralini geschrieben, dass sie seine bekannte Studie über den ersten Langzeitfütterungsversuch mit dem Gentech-Mais NK 603 an Ratten zurückziehen wird. Sie bot dem Wissenschaftler an, die Arbeit freiwillig zurückzunehmen. Ansonsten werde sie anstelle der Studie eine Erklärung veröffentlichen.

In dieser Erklärung heißt es, dass es keinerlei Hinweis auf einen Betrug oder eine absichtliche Missinterpretation der Daten gebe. Da jedoch die Zahl der in den Versuch verwendeten Ratten zu klein gewesen und diese Ratten zudem krebsanfällig gewesen seien, könnten aus dem Versuch keine Schlüsse auf die Sicherheit des Gentechnikmaises NK603 gezogen worden. Damit seien die Daten nicht beweiskräftig und für eine Veröffentlichung ungeeignet. Diese Argumentation wiederholen Wissenschaftler der Gentechniklobby seit über einem Jahr. Ebenso häufig wurde sie zurückgewiesen.

Der gentechnikritische Nachrichtendienst GMWatch hat den Vorgang veröffentlicht. Geschäftsführerin Claire Robinson nannte den Schritt der Zeitschrift regelwidrig, unwissenschaftlich und unethisch. Sie verwies darauf, dass die Zeitschrift klare Vorgaben habe, wann ein Text zurückgezogen werden müsse. Behauptete fehlende Beweiskräftigkeit falle nicht darunter. Robinson weist darauf hin, dass bei FCT mit Richard E. Goodman inzwischen ein ehemaliger Monsanto-Wissenschaftler Mitherausgeber sei.
Noch ist die im September 2012 veröffentlichte Seralini-Studie auf der FCT-Seite abrufbar. Sie ist immer noch die am häufigsten downgeloadete Arbeit