Séralini und die doppelten Standards der EFSA

Bei ihrer ablehnenden Bewertung der 2012 veröffentlichten Séralini-Studie hat die EU-Lebensmittelbehörde EFSA mit doppelten Standards gearbeitet. Diesen Vorwurf erheben Hartmut Meyer und Angelika Hilbeck von der Wissenschaftler-Vereinigung ENSSER in einem Artikel in der Fachzeitschrift Environmental Science Europe.
Sie verglichen Séralinis Studie mit der Studie, bei der Monsanto für die Zulassung ebenfalls NK603-Mais an Ratten verfüttert hatten sowie einer wissenschaftlichen Veröffentlichung, die auf der Grundlage dieser Monsanto-Daten entstand. In allen drei Fällen wurde das Studien-Design entwickelt, bevor die EFSA im Jahr 2011 einen Leitfaden für 90-Tage-Fütterungsversuche mit Ratten veröffentlichte. Aufgrund dieses Leitfadens hatte die EFSA die Séralini-Studie zurückgewiesen. Nach diesem Maßstab hätte die Behörde allerdings auch die anderen beiden Studien zurückweisen müssen. Statt dessen hatte sie die Studien nach einem älteren Leitfaden bewertet und daraus die Sicherheit des Gentech-Maises NK 603 abgeleitet. Diesem alten Maßstab der EFSA hätte auch die Séralini-Studie genügt – die ja zu einem Zeitpunkt begann, als dieser Maßstab noch galt.
Angelika Hilbeck forderte die EFSA auf, keine unterschiedlichen Messlatten mehr anzulegen, insbesondere, wenn es um Substanzen gehe, die möglicherweise eine Gefahr für die öffentliche Gesundheit darstellten. „Es ist Zeit, mit der einseitigen Kritik an Methoden aufzuhören und sich endlich um die Ergebnisse zu kümmern.“