Mehr Fleisch – mehr Gentechnik-Soja

Setzt sich der gegenwärtige Trend so fort , wird die weltweite Fleischerzeugung bis Mitte dieses Jahrhunderts von jetzt 300 Millionen Tonnen auf fast eine halbe Milliarde Tonnen steigen. Damit einhergehend wird sich die Produktion von Soja als Futtermittel für die Mast nahezu verdoppeln – von derzeit 260 auf über 500 Millionen Tonnen. Diese Zahlen nennt der Fleischatlas 2014, den der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) gemeinsam mit der Heinrich-Böll-Stiftung und Le Monde Diplomatique veröffentlicht hat.
In 20 kurzen Kapiteln beschreibt der Bericht die Folgen des vor allem in den Schwellenländern zunehmenden Fleischkonsums. Die ökologischen und sozialen Folgen des Soja-Anbaus in Argentinien werden ebenso thematisiert wie Glyphosatrückstände in Lebensmittel oder die Dumpinglöhne in deutschen Großschlachtereien.
Gravierend sind auch die Auswirkungen auf die Welternährung. Bereits jetzt wandern 44 Prozent der weltweiten Getreideernte, das sind 800 Millionen Tonnen, in die Futtertröge. Hinzu kommen 250 Millionen Tonnen Sojabohnen. Laut UNO werden drei Viertel aller agrarischen Nutzflächen in irgendeiner Weise für die Tierfütterung beansprucht: Flächen, die oft effizienter für den Anbau von Nahrungsmitteln für den Menschen genutzt werden könnten. Viele dieser Flächen liegen nicht dort, wo das Fleisch gegessen wir. Allein die europäische Fleischproduktion benötigt pro Jahr im Durchschnitt 13 Millionen Hektar südamerikanische Anbauflächen für Futtermittel. Das entspricht der Fläche Englands.
Auch positive Aspekte erwähnt der Bericht: Etwa die zunehmende Zahl an vegetarisch oder vegan lebenden Menschen in den Industrieländern oder die vielen Initiativen, die sich für eine andere Landwirtschaft einsetzen. Weitere Themen rund ums Fleisch behandelt die erste Ausgabe des Fleischatlas, die im vergangenen Jahr erschien.