Spieß umgedreht: Gentechnik-Befürworter protestieren vor Greenpeace-Zentrale

Vor den Greenpeace-Zentralen in Hamburg, Amsterdam, Brüssel, Rom und London bauen in diesen Tagen Befürworter der Agro-Gentechnik ihre Stände auf. Sie werben für den gentechnisch manipulierten Goldene Reis und protestieren gegen die Umweltschützer. Mit dabei ist Patrick Moore, einer der Mitbegründer von Greenpeace. Er wirft den ehemaligen Kollegen vor eine „Desinformationskampagne, die so viel Leid verursacht“, zu führen; in Kauf zu nehmen, dass Millionen Menschen an Vitamin A Mangel erblinden oder gar sterben. Mit seiner Allow Golden Rice Society setzt er sich für den Gentechnik-Reis ein. Für konservative Medien ein gefundenes Fressen. Die Welt schreibt gar über die „Esoterische Luxusangst, die über Leichen geht“ und nimmt dabei die „Wir haben es satt“-Demonstration am morgigen Samstag ins Visier.
Greenpeace bleibt dabei: Der Goldene Reis sei eine gefährliche Illusion und gegen Vitamin A Mangel gebe es bewährte und einfache Strategien: „Dazu zählen die Verteilung von Präparaten, einfache Beimischungen in Grundnahrungsmittel und Gärten in armen Bezirken, um Obst und Gemüse zu erzeugen,“ schreibt die Organisation auf ihrer Webseite. Als Beleg dienen die Philippinen, die es laut Greenpeace geschafft haben, den Vitamin A-Mangel bei Kindern im Alter zwischen 6 Monaten und 5 Jahren binnen fünf Jahren um 40 Prozent zu senken.