Gentechnik-Mais: Von wegen gleich

Die offizielle Sicherheitsbewertung bei Gentechnikpflanzen beruht auf der Hypothese der substantiellen Äquivalenz. Sie geht davon aus, dass eine genmanipulierte Pflanze ebenso sicher ist wie ihr gentechnikfreies Pendant, wenn die beiden sich in ihrer stofflichen Zusammensetzung gleichen. Nur tun sie das nicht – haben brasilianische Wissenschaftler festgestellt, die besonders genau hinsahen.
Sie verglichen für ihre in der Zeitschrift Proteome Science veröffentlichte Studie verschiedene Eiweiße in den Blättern einer weit verbreiteten brasilianischen Genmais-Sorte vom Typ MON810 mit einer gentechnikfreien Variante. Angebaut wurden die beiden Sorten an zwei Standorten jeweils nebeneinander, um Umwelteinflüsse ausschließen zu können. Die Wissenschaftler fanden in MON 810 und der gentechnikfreier Variante insgesamt32 unterschiedliche Eiweiße. Diese konnten sie nach ihrer molekularen Funktion verschiedenen Bereichen wie dem Energiestoffwechsel oder der Reaktion auf Stress zuordnen.
Die Autoren schlussfolgern, dass die Eingriffe in das Erbgut des Gentechnik-Maises die Ausbildung der unterschiedlichen Gene beeinflusst haben könnte. Zusätzlich hänge diese aber auch von den Umweltbedingungen ab. Als nächstes sollten nun Studien sich mit der biologischen Bedeutung und Wirkung dieser Veränderungen befassen.