Saatgutmonopol in der EU: Grüne legen Studie vor

Sieben Milliarden Euro setzen die Saatgut-Firmen jedes Jahr in der EU um. Den größten Teil des Geschäfts machen einige wenige Konzerne. Die Grünen im Europaparlament haben jetzt aus den wenigen öffentlich zugänglichen Daten die Marktanteile der großen Konzerne berechnet: Im Gemüsesektor beherrschen fünf Unternehmen 95 Prozent des Saatgutmarktes, allein Monsanto hält ein Viertel davon. Beim Mais teilen sich die fünf größten Firmen drei Viertel des Marktes, bei Zuckerüben entfallen auf nur vier Unternehmen 86 Prozent. Besser sieht es beim Weizen aus, weil hier der Anteil an Hybriden sehr gering ist und viele Bauern selbst Saatgut nachbauen. Die Studie schätzt den Anteil hofeigenen Saatguts noch auf rund 50 Prozent.
Der grüne Abgeordnete Martin Häusling erklärte dazu: „, Die Aussagen der Saatgut-Lobby und der riesigen Saatgut-Unternehmen, der EU-Markt sei kleinstrukturiert und von etwa 7000 vor allem kleinen und mittleren Unternehmen dominiert, sind irreführend. Bei unseren Recherchen wurde deutlich, die Kommission verlässt sich aufgrund mangelnder freier Verfügbarkeit von Daten sowie unabhängig nachprüfbarer Statistiken häufig auf die Aussagen der Industrie. Unsere Recherchen zeigen ein anderes Bild vom Saatgutmarkt. Die Konzentrationen steigen und die Marktmacht verschiebt sich mehr und mehr zugunsten einzelner Konzerne.“