In den USA genehmigungsfrei: Gentechnik-Golf-Gras im Garten

Die US Firma Scotts Miracle Grow, Spezialist für Golfrasen, lässt eine gentechnisch veränderte Grassorte testen. Von ihren Angestellten. In deren Gärten. Ohne Genehmigung. Denn die braucht es nicht. Das ist kein Witz, sondern eine offizielle Mitteilung des Unternehmens an seine Aktionäre. 2015 will Scotts dann den Markt testen und 2016 das Gentech-Golfgras groß rausbringen – ebenfalls genehmigungsfrei. So zitierte die örtliche Zeitung The Columbus Dispatch den Geschäftsführer Jim Hagedorn.
Die Hintergründe erklärt Professor Glenn Davis Stone auf seinem Blog Fieldquestions. Die Golfgras-Firma hat eine Regelungslücke im US-Gentechnikrecht ausgenutzt. Das verteilt die Zuständigkeiten für Zulassungen auf verschiedene Behörden. Je nachdem, ob es sich um eine Lebensmittel handelt, um eine pestiziderzeugende Pflanze oder ein bestimmtes gentechnisches Verfahren. Für das gegen Glyphosat resistent gemachte Kentucky Bluegrass der Firma Scotts ist laut Gesetz keine US-Behörde zuständig.
Die möglichen Folgen der jetzt stattfindenden Vorgartenversuche beschreibt Glenn Stone anhand des Desasters, das die Forma Scotts vor zehn Jahren mit einer anderen gentechnisch veränderten Grassorte erlebt hatte. Diese wurde in einem ordentlich genehmigten Versuchsanbau auf 162 Hektar ausgebracht. Der Wind verbreitete den Pollen samt seiner Glyphosatresistenz bis zu 21 Kilometer weit. Die manipulierten Gene konnten nicht mehr zurückgeholt werden Inzwischen wechselte die Resistenz bereits auf andere Grassorten über. Dieses Mal bestehe die Gefahr nicht, meint die Firma, da der Pollen der neuen Grassorte schwerer sei und nicht so leicht verfrachtet werde.