Deutsche Masthähnchen bekommen wieder Gentech-Soja

Der Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft hat seine Zusage, Hähnchen und Puten mit gentechnikfreien Sojabohnen zu mästen zurückgezogen. „Eine Fütterung ohne Gentechnik für die Hähnchen- und Putenaufzucht in Deutschland sei angesichts der aktuellen Marktsituation leider nicht mehr sicherzustellen“, schrieb der Verband. Das Angebot an GVO-freiem Soja werde 2014 geringer sein. Einer der weltweit größten Sojaproduzenten im Hauptlieferland Brasilien habe erklärt, nur noch 50 Prozent der Vorjahresmenge bereit stellen zu können. Der Verband beklagte außerdem, dass die Zahl der Kreuzkontaminationen auf dem Feld, beim Transport und in der Verarbeitung ständig zunehme „trotz hoher Investitionen und intensiver Anstrengungen seitens der Geflügelwirtschaft, jegliche Form der Kontamination zu vermeiden.“ Die deutschen Geflügelmäster folgen damit ihren britischen und dänischen Kollegen, die bereits im letzten Jahr die Rückkehr zur Gentechnik-Soja verkündet hatten.

Alexander Hissting, Sprecher des Verbandes Lebensmittel ohne Gentechnik bezeichnete die Ankündigung der Geflügelindustrie als nicht nachvollziehbar. „Analysten gehen von einem steigenden Anbau und Angebot von gentechnikfreiem Sojaschrot aus Brasilien in 2014 aus. Laut Branchenkennern kommen dieses Jahr neue und große Anbieter für gentechnikfreies Sojaschrot auf den Markt. Die Verschiffung per Container wird deutlich zunehmen, um das Verunreinigungsrisiko mit gentechnisch veränderter Ware zu minimieren.“ Große Supermarktketten wie Rewe und Edeka hätten sich das Ziel gesetzt, für Ihre Eigenmarken in Zukunft ganz auf gentechnisch verändertes Soja zu verzichten. „Eine größere Akzeptanz für gentechnikfrei produziertes Geflügelfleisch kann es am Markt nicht geben.“ Hissting forderte die großen Geflügelfleischmarken Wiesenhof und Emsland Frischgeflügel auf, ihr Entscheidung zu überdenken.