Brasilien lässt genmanipulierte Moskitos und Fliegen fliegen

Die brasilianische Gentechnik-Behörde CTNBio hat einen Freilandversuch mit genmanipulierten Mittelmeer-Fruchtfliegen genehmigt. Der Aussetzungstermin wurde noch nicht bekannt gegeben. Das teilte die britische Organisation GeneWatch UK mit. Sie warnte davor, dass tote Maden der manipulierten Fliegen mit importiertem Obst nach Europa gelangen könnten. Es gebe keine speziellen Testverfahren, um Früchte auf Gentechnik-Insekten zu überprüfen, warnte die Organisation.

Beantragt hatte die Freisetzung in der Provinz Bahia die brasilianische Organisation Moscamed, die mit der britischen Firma Oxitec zusammenarbeitet. Von ihr dürften die manipulierten männlichen Fruchtfliegen stammen. Sie zeugen bei der Paarung mit den wildlebenden Weibchen Nachwuchs, der nicht lebensfähig ist. Sie sterben als Larven ab, während sie sich durch das befallene Obst fressen. Für die verwandten Olivenfliegen hatte Oxitec auch in Spanien einen Freisetzungsversuch beantragt, aber bisher nicht genehmigt bekommen. Brasilien hingegen ist den genmanipulierten Insekten gegenüber aufgeschlossen. Dort schwirren schon Millionen genmanipulierter Moskitomännchen umher. Zuerst nur im Rahmen von Feldversuchen. Nun hat CTNBio auch ihre kommerzielle Nutzung gestattet. Die Gentech-Mücken sollen ihre Dengue-Fieber übertragenden natürlichen Kollegen dezimieren. CTNBio habe anerkannt, dass die Umweltrisiken einer Freisetzung vernachlässigbar klein seien, freute sich Oxitec.