Futtermittel-Lobby drängt auf Zulassung von acht Gentech-Pflanzen

Die drei großen europäischen Lobby-Verbände der Agrarhändler, Öl- und Futtermittelhersteller haben an die EU-Kommission appelliert, acht Gentech-Pflanzen umgehend als Lebens- und Futtermittel zuzulassen. Sollten die Zulassungen bis September 2104 nicht erteilt werden, drohten Futtermittelknappheit und Teuerung, warnten die Verbände Coceral, Fediol und Fefac. Nachdem ein erster Vorstoß vom 14. Juli ergebnislos blieb, zeigten sich die Verbände am 24. Juli in einer gemeinsamen Erklärung „ernstlich enttäuscht“ über die Untätigkeit der EU-Kommissare.
Bei den acht gv-Pflanze handelt es sich um die Maissorten MON 87460 und T25, Die Sojabohnen DP-305423, MON87708, MON87705 und BPS-CV127-9, den Raps GT 73 und die Baumwolle T304-40. Sie haben bereits alle Phasen der Zulassung durchlaufen. Da die EU-Mitgliedsstaaten keine mehrheitliche Entscheidung trafen, kann die EU-Kommission sie jederzeit zulassen – einige schon seit Ende 2013.
Die drei Verbände argumentieren, dass die EU drei Viertel ihrer eiweißreichen Futtermittel importiere und in den Anbauländern die acht gv-Pflanzen bereits angebaut würden. Ohne Zulassung könnten Lieferungen mit Spuren einer der acht gv-Pflanzen zurückgewiesen werden. Dies könnte zu signifikanten Knappheiten führen, zu Handelsstörungen und Verteuerungen bei wichtigen Lebens- und Futtermitteln.
Solche Warnungen gehören zum üblichen Repertoire der Agrarindustrie. Sie erreichte damit immerhin, dass die EU-Mitgliedsstaaten Anfang 2011 die Nulltoleranz für Futtermittelimporte aufhoben. Bisher haben sich die Szenarien nie bewahrheitet. Auch deshalb nicht, weil die zuständigen Behörden Futtermittel nur sehr oberflächlich auf nicht zugelassene GVO untersuchen. Anders etwa als China, dass 1,45 Millionen Tonnen US-Mais zurückwies.