Gentech-Mais 1507: Resistente Raupen schon nach drei Jahren

Bereits drei Jahre nach der Markteinführung in Brasilien haben Schädlinge Resistenzen gegen den Gentech-Mais 1507 und das von ihm produzierte Bt-Toxin entwickelt. Das berichteten Forscher der Universität Sao Paulo im Fachblatt Crop Protection. Beteiligt an der Studie war auch der Hersteller Dow. Brasilien gilt als eines der Hauptanbauländer für die Maislinie 1507. Ihr Bt-Toxin Cry1F soll den Heerwurm bekämpfen, einen Falter, dessen Raupen die Blätter des Maises fressen. Schon 2011 tauchten erste Meldungen von resistenten Raupen auf. Insgesamt untersuchten die Wissenschaftler acht resistente Heerwurm-Populationen aus mehreren Regionen Brasiliens.
Die Organisation Testbiotech wies auf Studien hin, die bereits 2008 gezeigt hatten, dass der Schädling in Puerto Rico nach wenigen Anbaujahren weitgehend immun gegenüber Cry1F geworden war. Die Industrie hatte Mais 1507 daraufhin in Puerto Rico vom Markt genommen. In einer Grafik fasste Testbiotech weitere Fälle zusammen, in denen Schadinsekten Resistenzen gegen Bt-Toxine entwickelt hatten. In Europa steht der Mais 1507 vor seiner Anbauzulassung.
Gentechnik-Forscher haben sich übrigens die resistenten Falter bereits zunutze gemacht. Sie mästeten die Raupen mit Blättern von Bt-Mais und verfütterten sie anschließend an deren natürliche Fraßfeinde. So konnten sie zeigen, dass der Bt-Mais für Nützlinge nicht schädlich ist.