Brasilien: Gentech-Moskitos frei – Dengue-Fieber bleibt

Im April 2014 hatte die brasilianische Gentech-Behörde (CTNBio) die kommerzielle Nutzung von genmanipulierten Moskitos erlaubt. Die Gentech-Mücken der britischen Firma Oxitec sollen ihre Dengue-Fieber übertragenden natürlichen Kollegen dezimieren. Das Portal GM-Watch hat mehrere Quellen zusammengestellt, die den Erfolg der Maßnahme in Zweifel ziehen.
Die männlichen Oxitec-Mücken sind so manipuliert, dass ihre Nachkommen schon im Larvenstadium sterben. Dadurch soll die Population massiv reduziert werden. In einem großen Feldversuch in der vom Dengue-Fieber geplagten Stadt Jacobina im brasilianischen Bundesstaat Bahia testete Oxitec die Gentech-Moskitos. Ausgewertet hat den Versuch Margareth Capurro von der Universität in Sao Paulo. Die Zeitschrift New Scientist berichtete über die noch unveröffentlichten Ergebnisse: Zwar sank die Zahl der Moskito-Eier um 92 Prozent. Doch die Fälle an Dengue-Fieber gingen bisher nicht zurück.
Eine mögliche Erklärung dafür lieferten zwei brasilianische Wissenschaftler in einer Eingabe an CTNBio: Die Gentech-Moskitos gehören der Art Aedes aegypti an und können nur deren Population reduzieren. Geht deren Bestand stark zurück, entsteht eine ökologische Nische, die durch eine andere Moskito-Art besetzt wird, die ebenfalls Dengue-Fieber übertragen kann, Aedas albopitus. Die beiden Wissenschaftler warnen auch davor, dass der Fieber-Virus sich an den geänderten Überträger anpassen und dadurch noch gefährlicher werden könnte.
Unbeeindruckt davon peilt Oxitec den nächsten Markt an: Indien. Unterstützt wird das Unternehmen dabei von der britischen Regierung, wie die Times of India meldete.