Eis-Marke Häagen-Dasz lehnt Synbio-Vanille ab

Der US-amerikanische Eis-Hersteller Häagen-Dasz wird kein Vanille-Aroma einsetzen, das von Hefekulturen mit künstlicher DNA erzeugt wurde. Das meldete die Umweltorganisation Friends of Earth (FoE), die in den USA seit längerem gegen die Synbio-Vanille der Schweizer Firma Evolva zu Felde zieht. Im Zuge der Kampagne hatte FoE bekannte Eis-Hersteller wie Häagen-Dasz im Namen eines breiten Bündnisses von Umweltgruppen angeschrieben und für einen Verzicht auf Synbio-Vanille geworben. Wie FoE mitteilte, haben nun die Konzerne Nestlé und General Mills, die sich die Markenrechte an Häagen-Dasz teilen, schriftlich zugesagt, für diese Marke auf Synbio-Vanille zu verzichten. Auch einige andere US-Eisproduzenten haben sich dem angeschlossen.
Das US-Onlinemagazin Grist kommentierte kritisch, dass sich die Umweltverbände gezielt an Hersteller hochpreisiger Eiscremes gewandt hätten, bei denen die Verwendung natürlicher Zutaten wie echter Vanille zum Markenzeichen gehöre. FoE hatte dies damit begründet, dass Evolva explizit damit werbe, die Synbio-Vanille könne als natürliche Zutat ausgelobt werden.
Das US-Onlinemagazin Mother Jones zitierte einen Evolva-Sprecher mit der Aussage, dass echte Vanille aus Madagaskar nur ein Prozent des Marktes ausmache, während 99 Prozent auf chemisch hergestelltes Vanillin entfielen. „Unser Focus richtet sich auf diese 99 Prozent.“ Im Vergleich zu diesem Vanillin sei Synbio-Vanille die bessere Alternative.
Bleibt die Frage, wann hierzulande jemand die Eiskonzerne Nestlé (Mövenpick, Schöller) und Unilever (Langnese) fragt, wie sie es denn künftig mit Synbio-Vanille halten.