Gentech-Eukalyptus steht in Brasilien vor der Zulassung

Die brasilianische Biotechnologie-Kommission CTNBio hat Anfang September über die kommerzielle Zulassung von gentechnisch manipulierten Eukalyptusbäumen beraten. Entwickelt und seit über zehn Jahren in Feldversuchen getestet wurden die Bäume von der Firma FuturaGene. Sie gehört inzwischen zu Suzano Pulp and Paper, einem der größten brasilianischen Papierproduzenten. Die Bäume wurden so manipuliert, dass sie 20 Prozent mehr Holz produzieren und bereits nach fünfeinhalb Jahren – statt bisher sieben – schlagreif sind. In Brasilien wachsen Eukalyptus-Plantagen auf 3,5 Millionen Hektar. Schon Ende des Jahres könnte eine Zulassung erteilt werden, heißt es in einem Artikel der Zeitschrift Nature.
Verhindern wollen das 260 Umweltorganisationen aus aller Herren Länder. Sie haben einen offenen Brief an CTNBio geschrieben, mit der Aufforderung, die Zulassung zu verweigern. Darin verweisen die Verbände auf die UN-Konvention zum Erhalt der biologischen Vielfalt. Diese verlange eine umfassende und transparente Abschätzung der langfristigen sozialen und ökologischen Folgen vor einer Freisetzung gentechnisch veränderter Bäume. Brasilien hat die Konvention mit unterzeichnet.
Auch in den USA sollen genmanipulierte Eukalyptusbäume im großen Stil freigesetzt werden. Dort wartet das Unternehmen ArborGen schon seit 2011 auf die Zulassung für den kommerziellen Anbau seiner frostunemfindlich gemachten Gentech-Bäume.