Teure Verunreinigungen: Klagen gegen Monsanto und Syngenta

Im Mai 2013 fand die US-Landwirtschaftsbehörde APHIS auf einem Feld im US-Staat Oregon gentechnisch manipulierten Weizen des Konzerns Monsanto, der zuletzt 2005 in Feldversuchen angebaut worden war. Die Nachricht führte dazu, dass Japan und Korea Weizenimporte aus den USA vorübergehend einstellten und die Preise nachgaben. US-Medienberichten zufolge haben Weizenbauern aus neun US-Staaten daraufhin auf Schadensersatz geklagt. Mit Klägern aus Oregon soll sich der Konzern inzwischen verständigt haben, meldete das Portal Ag-Web. Man habe sich im Prinzip geeinigt, die Details müssten jedoch noch ausgearbeitet werden, zitierte das Portal Vertreter beider Seiten.
Über mögliche Hintergründe und Folgen der Einigung für andere Kläger spekuliert das Online-Magazin Takepart. Es zitiert Dave Murphy von der Verbraucherorganisation Food Democracy Now mit der Einschätzung, dass Monsanto dem Vergleich nur zugestimmt habe, weil der Konzern sich ernsthaft verwundbar fühle. Die Bauern und ihre Anwälte sollten deshalb einem Vergleich nicht zustimmen.
Ebenfalls vor Gericht soll der Gentechnik-Konzern Syngenta. Kläger ist in diesem Fall der Agrarkonzern Cargill. China hatte in diesem Jahr zahlreiche Futtermittellieferungen aus den USA zurückgewiesen, weil sie mit dem in China noch nicht zugelassenen Gentech-Mais MIR162 von Syngenta verunreinigt waren. Darunter waren auch Erzeugnisse von Cargill. Insgesamt soll sich der Schaden für Exporteure und Bauern laut einem Gutachten der National Grain and Feed Association auf bis zu 2,9 Milliarden US-Dollar belaufen. Der Händler wirft Syngenta vor, es habe seinen MIR162-Mais unverantwortlicherweise in den USA auf den Markt gebracht, ohne abzuwarten, bis wichtige US-Exportkunden diese Sorte ebenfalls zulassen. Gespräche mit Syngenta seien ohne Ergebnis geblieben. Der Konzern weigere sich, seinen Teil der Verantwortung anzuerkennen und habe sogar eine weitere Mais-Sorte auf den Markt gebracht, die ebenfalls noch nicht in China zugelassen sei. Syngenta wies die Vorwürfe zurück. Der Mais MIR 162 sei seit 2010 auf dem Markt und von den Bauern erfolgreich eingesetzt worden.