Neue Zuckerrüben im Anmarsch: herbizidtolerant und gentechnikfrei

Gleich zwei Saatgut-Züchter arbeiten derzeit an herbizidtoleranten Zuckerrüben – jeweils mit dem Chemiekonzern Bayer als Partner. In beiden Fällen sollen die Rüben unempfindlich gegen so genannte ALS-Hemmer sein. Wirkstoffe dieser Gruppe verhindern, dass die Pflanzen ein für die Herstellung von Proteinen notwendige Enzym, die Acetolactatsynthase, bilden. Die Resistenz wurde nicht mit gentechnischen Methoden ins Erbgut eingefügt, sondern durch gezielte Auswahl zufällig resistenter Zuckerrüben und deren Einkreuzung.
Der Saatgutkonzern KWS arbeitet seit 2012 mit Bayer zusammen. Die Partner kündigten an, dass die gemeinsam entwickelten Rüben in Kürze für offizielle Feldprüfungen angebaut würden. Das auf Zuckerrübensaatgut spezialisierte belgische Unternehmen SESVanderHave stellte in diesem Sommer ebenfalls eine ALS-tolerante Zuckerrübe vor. Sie werde derzeit in die etablierten Sorten des Unternehmens eingekreuzt und stehe den Landwirten in einigen Jahren zur Verfügung, hieß es in einer Mitteilung. Seit 2009 arbeite man bei diesem Projekt mit Bayer zusammen.
Bereits Anfang 2013 brachte der Chemiekonzern BASF den herbizidtoleranten, konventionell gezüchteten Clearfield-Raps auf den Markt. Er ist unempfindlich gegen ein ebenfalls von BASF vermarktetes Herbizid. Damals warnten mehrere Landwirtschaftskammern und staatliche Pflanzenschutzämter vor einer unkontrollierten Ausbreitung der Resistenz.