Ganz ohne Gentechnik: Resistente Unkräuter gibt es auch in Deutschland

Der zunehmende Pestizideinsatz lässt auch in Deutschland Unkräuter resistent gegen Herbizide werden, insbesondere gegen Glyphosat. Das beschreibt ein Report, den der Verein Testbiotech für den Grünen EU-Abgeordneten Martin Häusling erstellt hat. Darin wird auch auf Rapsglanzkäfer hingewiesen, die gegen inzwischen gegen bestimmte Insektizide resistent sind, ebenso auf resistente Pilze.

Einen Schwerpunkt legt der Bericht „Superweeds – Das Prinzip industrielle Landwirtschaft in der Sackgasse!“ auf die Zunahme resistenter Unkräuter in den USA. Grund dafür ist der verstärkte Glyphosateinsatz verbunden mit dem Anbau genmanipulierter Pflanzen. Der Bericht macht aber auch deutlich, dass eine industrialisierte Landwirtschaft mit hohem Pestizideinsatz grundsätzlich mit Resistenzen zu kämpfen hat: „Die Anzahl an herbizidresistenten Unkräutern hat in den letzten zwei Jahrzehnten deutlich zugenommen. Sowohl weltweit als auch in Europa und Deutschland“. Gründe dafür seien einseitige Fruchtfolgen oder Monokulturen sowie der Dauereinsatz von Pestiziden mit gleicher Wirkstoffklasse. Zugenommen habe auch die Anzahl an multi-resistenten Unkräutern. In Deutschland wurden laut Report bisher rund zwei Dutzend resistente Unkrautarten gemeldet, die größten Probleme bereiten Acker-Fuchsschwanz und Gemeiner Windhalm. Die landwirtschaftliche Fachpresse und die offiziellen Beratung erteile „in erster Linie den Ratschlag, auf die entstandenen Resistenzen mit einem größeren Cocktail aus Herbiziden mit verschiedenen Wirkmechanismen zu antworten.“

Martin Häusling kommentierte den Bericht so: „Für mich steht fest: Das Prinzip der agrarindustriellen Landwirtschaft steckt in der Sackgasse. Wir müssen deutlich umsteuern hin zu einer wissensbasierten statt technikorientierten Landwirtschaft, die auf ökologische Methoden wie eine abwechslungsreiche Fruchtfolge setzt und nicht auf plumpe chemische Lösungen.“